Gothic lifestyle 1/2009

Gothicmodel Xarah von den Vielenrgen auf dem Cover vom Gothic MagazineGothicmodel Xarah von den Vielenregen im Gothic Lifestyle MagazinGothicmodel Xarah von den Vielenregen im Gothic Lifestyle Magazin

XARAH VON DEN VIELENREGEN - Berliner Beauty im Kreativwahn

Wer sich fuer die heutige alternative Model-Szene interessiert, dem ist sie garantiert ein Begriff. Ihre extreme Vielseitigkeit, die aufwaendigen Stylings und ungewoehnlichen Shootingideen fallen genau so auf wie sie selbst. In den dunklen Berliner Naechtensteht sie nicht nur vor der Kamera, sondern auch auf Buehnen, wirbelt in Korsetts und mit Feuer ueber die Buehne und verdreht die Koepfe. Ihr eigener Kopf sprudelt beinahe ueber vor kreativen Ideen, deren Umsetzung immer wieder begeistert. Grund genug fuer eine kleine Unterhaltung. Vorhang auf fuer XARAH VON DEN VIELENREGEN!

Text: Melanie Renner

Zuerst einmal wäre es schön, wenn Du uns etwas über die Person XARAH erzählen könntest. Wie bist du zum Modeln gekommen, und was fasziniert dich daran?

Zum Modeln bin ich vor  ca. 4 Jahren gekommen. Bis dahin hatte ich zum Spass mit einem Freund Fotos auf alten Friedhöfen etc. gemacht und irgendwann wollte ich einfach mal „professionellere“ Bilder von mir haben. Ich habe mich lange umgesehen, bis ich mir zwei Fotografen ausgesucht hatte, die auch interessiert waren, mit mir zu shooten. Von da an ging alles ganz von selbst, ich bekam Anfragen von Fotografen, die ich mich früher nie getraut hätte, anzuschreiben. Je besser die Bilder wurden, desto spannendere Anfragen kamen und mit meinem Umzug vor drei Jahren nach Berlin, entstand die Idee, das Ganze professionell zu machen. Was mich am Modeln fasziniert, ist das Darstellen verschiedenster Rollen und Szenen und die künstlerische Aufarbeitung.

Als Model bist du unglaublich wandelbar, trägst verschiedenste Haarfarben, Make-ups, und Kleidungsstile und siehst dennoch in allem glaubwürdig aus. Wie schaffst du das und wie viel Wert legst du auf diese Vielseitigkeit? Hast du einen persönlichen Lieblingsstil?

J Ich denke da spielen mehrere Sachen eine Rolle. Zum einen habe ich sicher  Glück, dass mir vieles einfach steht. Zum anderen denke ich, ist es wahrscheinlich das Identifizieren mit dem Dargestellten. Je nachdem welche Haarfarbe oder welches Make-up ich habe, fühlt es sich anders an und ich versuche, dieses Gefühl jeweils nach außen zu transportieren. Einen Lieblingsstil direkt habe ich nicht, wobei ich Korsetts generell und einen Touch Burlesque momentan am liebsten mag...

Für viele Models ist es sehr schwierig, zu zweit oder zu mehreren vor der Kamera zu stehen, andere wiederum haben damit überhaupt kein Problem. Wie ist das bei dir?

Das ist total unterschiedlich und kommt auch immer darauf an, mit wem man vor der Kamera steht. Kennt man die Person, ist es sicher um einiges leichter als mit einer fremden Person. Aber es kommt natürlich auch dann auf deas Thema des shootings an und was rüberkommen soll. Neulich hatte ich ein Shooting, da waren wir zu fünft, drei Frauen und zwei Männer. Ich fand das grossartig, weil sich dadurch einfach auch sehr viele Ideen und Möglichkeiten ergeben.

 

Zusammen mit deiner Kollegin und Freundin HEIDI bildest du das Performance-Duo THE HOROSISTAS. Magst du uns etwas über eure Arbeit erzählen – und darüber, wie sie zustande gekommen ist?

Dass die Horosistas entstanden sind, war ein grossartiger Zufall. Und zwar hatte ich eine Anfrage wegen einer Feuershow und da Heidi die Einzige war, die ich kannte, die mit Feuer arbeitete, fragte ich sie, ob sie darauf Lust hätte. Sie wollte nicht alleine, von daher überlegten wir uns etwas zusammen, ich hatte bis dahin noch nie etwas mit Feuer gemacht und war auch gar nicht sicher, ob ich sowas überhaupt könnte. Als wir mitten in der  Showvorbereitung waren, hatte ich ein Flyershooting für eine Veranstaltung und der Fotograf erzählte mir, er suche noch Feueracts. Ich erzählte von meinem neuen Projekt und er buchte uns. Da er uns mit Namen auf dem Flyer haben wollte, entstand so in zwei Wochen unser Projekt, der  Name, die Homepage usw...Thematisch machen wir mittlerweile sehr verschiedene Shows. Da wir beide unheimlich gerne mit Feuer arbeiten, machen wir eben viel mit Feuer, viel in Richtung Burlesque, aber auch zum Beispiel Schwarzlichtshows. Momentan arbeiten wir an einer ganz neuen show „Horrortwins“, eine bizarre Feuershow in Kooperation mit AMF Korsets.

Ebenfalls bist du Mitglied der VICIOUS GIRLS, unter Anderem habt ihr zusammen mit NIK PAGE eine CD aufgenommen. Wie war das, und was ist generell das Besondere an den Vicious Girls?

Die Zusammenarbeit mit Nik war sehr spannend, das erste Mal in einem richtigen Tonstudio zu sein etc. war sehr aufregend. Das Besondere an den Vicious Girls für mich war, dass es mein erstes Performance-Projekt war. Wir haben uns zwar nie offiziell getrennt, aber eigentlich gibt es uns nicht mehr. Wir waren alle sehr froh, als der Vertrag mit unserem Management auslief, aber eine richtige Motivation zur weiteren Zusammenarbeit besteht nicht.

Du bist ja nun auch schon seit einigen Jahren dabei und hast viel mitbekommen – was hat sich deiner Meinung nach in der Modelszene verändert?

Eine Menge! Als ich damit begonnen habe, war es sehr überschaubar, das hat sich komplett gewandelt.

Fotos sind mittlerweile Massenware, jeder kann eine Kamera zur Hand nehmen und fotografieren, bzw. sich vor einer solchen in Pose werfen und sich als Model deklarieren. Was spornt dich dazu an, weiterhin im Spiel zu bleiben? Was motiviert dich?

Was mich motiviert, sind die Ideen, die ich immer wieder habe und umsetzen möchte. Der unaufhörliche Wunsch, mich weiter zu entwickeln und Neues zu entdecken.  

Du bist immer sehr aufwändig geschminkt, frisiert, und gekleidet. Wie viel davon machst du selbst und wann brauchst du Hilfe von zum Beispiel einem Stylisten?

Das ist sehr unterschiedlich. Die meisten Make-ups und Frisuren mache ich selbst, aber natürlich arbeite ich auch gerne mit Visagisten und Haarstylisten zusammen. Bei den Outfits ist das unterschiedlich, wenn ich mit Designern zusammenarbeite, sind die Outfits natürlich von denen. Bei den Horosistas zum Beispiel nähen wir dagegen sehr viel selbst.

Sobald man einen gewissen Status bzw. Bekanntheitsgrad hat, gibt es auch Menschen, die einem den Erfolg madig machen wollen. Hast du viele Neider, und wie gehst du mit ihnen um?

Neider gibt es immer und als ich auf meiner Homepage noch ein Gästebuch hatte, waren da manchmal sehr gemeine Kommentare oder Drohungen, aber seit längerem habe ich gar nichts der gleichen. Im Gegenteil, ich bekomme täglich mails und messages gerade von jüngeren Mädchen, die mir schreiben, wie schön sie die Bilder finden und dass ich ihr neues Idol bin. J Das ist schon sehr süss.  Oder ich bekomme Liebeserklärungen und Heiratsanträge.

Was, denkst du, unterscheidet dich von anderen Models?

Am meisten wahrscheinlich meine verschiedenen Styles. Ich bin oft selbst überrascht, wer mich manchmal aus dem Spiegel anblickt – neulich bei einer Party, als ich mich nach einem Auftritt für den nächsten umgestylt habe, hat mich ein Bühnenhelfer nicht erkannt und dachte wir wären zu zweit...:-)

Gibt es Dinge, die dir vor der Kamera schwer fallen bzw. die du gar nicht magst?

Mir fällt es schwer, wenn ich etwas darstellen muss, was mir total zuwider ist.Oder wenn ich das Gefühl habe, die Pose, die ich mache, ist einfach nicht gut. Das sind aber Dinge, die mit professionellen Fotografen selten vorkommen, denn zum einen verstehe die ihr Handewerk und zum anderen wird ja vorher besprochen, um was es geht.

Machst du auch mal spontane Fotosessions, oder planst du alles im Vorhinein?

Meistens plane ich alles im Vorhinein und habe genaue Ideen oder der Fotograf. Mir ist es sehr wichtig, dass das Konzept stimmig ist, und auch das richtige Styling etc. dabei ist. Spontane Sessions mache ich auch manchmal, aber mir ist es generell lieber, wenn man ein Konzept hat.

Auch als Performance- und Burlesque-Künstlerin hast du dir einen Ruf erarbeitet. Was fasziniert dich an diesem Bereich besonders, und siehst du Performances auch als Ausgleich zur Fotografie?

Performances sind für mich nicht ein Ausgleich, sondern eher eine andere Ausdrucksweise. Dadurch lassen sich visuelle Projekte nochmal anders darstellen. Für mich ist es eine sehr grosse Herausforderung und etwas völlig anderes als das Modeln.

Sicher gibt es zum Beispiel bei einem Burlesque-Auftritt ganz andere Dinge zu beachten als bei einem Fotoshooting. Worin siehst du hier die größten „Gefahren“, und worauf legst du dabei besonderen Wert?

Naja, bei einem Foto ist ja alles sehr statisch und kann im Nachhinein retouschiert werden. Das ist bei einer Show nicht möglich. Bei Shows lege ich natürlich auch ganz viel Wert auf das Styling, die richtige Musik.

Es gibt Hunderte junge Mädchen, die gerne modeln würden – welche Tipps kannst du ihnen geben? Was macht deiner Meinung nach ein gutes Model aus und worauf sollte man bei der Zusammenarbeit mit einem Fotografen besonders achten?

Ich denke, am Anfang ist es wichtig, mit einem Fotografen zu arbeiten, mit dem man sich versteht, damit es nicht zu verkrampft ist. Wichtig ist, sich  einfach mal auszuprobieren, sich selbst vor der Kamera kennen zu lernen. Ein gutes Model zeichnet sich meiner Meinung dadurch aus, dass es mehr als nur einen Gesichtsausdruck hat und weiss, wie es sich vor der Kamera zu bewegen hat.

Abschließend: Gibt es etwas, das du noch nicht gemacht hast, aber gerne einmal umsetzen möchtest? Hast du spezielle Wünsche für die Zukunft?

Ach, da gibt es sehr viele Dinge, und ich hoffe, es wird immer etwas geben, was ich noch nicht gemacht habe und umsetzen möchte...;-) Für die Zukunft wünsche ich mir, dass ich noch sehr viel von der Welt sehe...

… und deine „famous last words“ sind…?

Da zitiere ich doch immer wieder gerne meine liebe Freundin Eve Blood: „Gonna be a rich bitch“ ...:-))))

 

go back to my all about me site

- follow burlesque starlet Xarah on facebook -